Lang unterdrückte Lust bricht sich Bahn

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte ist nicht neu. Ich habe sie bereits unter dem Namen Walan_Dai_S veröffentlicht und sie nun zu meinem neuen Konto transloziert. Die Gelegenheit habe ich genutzt, ein paar vornehmlich redaktionelle Änderungen und sprachliche Glättungen vorzunehmen. Auch ein paar Fehler habe ich noch ausgemerzt, dafür aber vermutlich neue eingebaut.

Die/der aufmerksame LeserIn werden feststellen, dass es zu Beginn einige größere Veränderungen gibt. Damit reagiere ich vor allem auf Kritik und Kommentare, die mich darauf hingewiesen haben, dass ich die Charaktere etwas zu kompliziert eingeführt habe. Das habe ich wesentlich entschlackt, glaube aber, dass es so wirklich verständlicher ist.

Wer noch aufmerksamer die alte Geschichte gelesen hat, wird ein paar wesentliche Veränderungen bemerken. Die männliche Hauptfigur heißt jetzt Tomas und nicht mehr Tom. Der Name hat mir noch nie gefallen. Yasmin hat jetzt blaue und nicht mehr braune Augen, damit kommt sie ihrem realen Vorbild (ja, das gibt es!) sehr viel näher. Die wesentliche Änderung hat Tom(as) Freundin erfahren. Sie heißt jetzt Marie und sieht etwas anders aus als früher, als sie noch Julia hieß. Das hat einen Grund. Ich tüftle schon sehr lange an einer Fortsetzung, in der sie und Jonas eine entscheidende Rolle spielen. Während ich daran arbeite, fällt mir aber immer wieder auf, dass ich mit der Figur der Julia nicht so richtig warm werde, weil sie damals nicht genug „ausformuliert» war. Daher habe ich sie kurzerhand umgeschrieben. Jetzt ist sie mir sehr viel sympathischer und ich kann mit ihr weiterschreiben. Auch Jonas hat sich verändert, der ist aber in diesem Kapitel zunächst nur Randfigur, so dass das Niemand bemerken wird.

Zu guter Letzt sind alle ein wenig jünger geworden, was wiederum auch wieder besser zu den realen Erlebnissen passt, die hinter dieser Geschichte stehen. Und sie sind nicht mehr verheiratet, was mir noch nie so richtig gepasst hat.

So, genug der Vorrede über Dinge, die vermutlich eh nicht so relevant für euch sind. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Miriam

– Eine gute Geschichte ist immer eine kurze Flucht aus dem Alltag, ein kleiner für die Seele –

Tomas lag am Strand und genoss die Sonne auf seiner Haut. Er lauschte dem leisen Rauschen der Wellen und träumte vor sich hin. Endlich einmal Zeit zum Ausspannen. Das war für ihn ein ungewohnter Luxus. Seit einer Woche waren sie bereits hier im Sommerurlaub in Italien; Tomas, seine Freundin Marie und ihre Freunde Jonas und Yasmin mit ihrer einjährigen Tochter Lisa. Schon lange hatten sie davon gesprochen, einmal gemeinsam Urlaub zu machen. In diesem Jahr hatten sie den Plan endlich in die Tat umgesetzt.

Tomas hatte ein stressreiches Jahr hinter sich. Die Firma, in der er arbeitete, hatte sich erheblich vergrößert, was gut war, weil es seinen Arbeitsplatz sicherte. Es führte aber auch dazu, dass er beinahe jeden Tag vierzehn Stunden hatte arbeiten müssen. Er war mehr als reif für einen Urlaub gewesen, als sie hier im sonnigen Süden eingetroffen waren. Sie hatten gemeinsam ein kleines Haus in einer Bungalowsiedlung gemietet, ein gemütliches Refugium mit Wohnzimmer, Küche, Bad und zwei Schlafzimmern. Und einer riesigen Terrasse mit eigenem kleinem Pool. Das Haus lag am Hang, in der obersten Reihe einer kleinen Siedlung ähnlicher Gebäude. Das brachte den Vorteil mit sich, dass die Terrasse von keiner Seite her einsehbar war. Sie konnten sich dort also völlig ungestört bewegen.

Tomas genoss einfach alles hier. Die Sonne, das lange schlafen, ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse. Danach zum Strand, schwimmen, lesen oder worauf sonst er Lust hatte. Auch die Gesellschaft von Yasmin und Jonas war mehr als angenehm. Sie verstanden sich prima, so dass die beengten Wohnverhältnisse sie nicht weiter störten. Zumal sie sich sowieso den größten Teil des Tages draußen aufhielten.

Nur einen Wermutstropfen hatte die ganze Sache: Die Wände des Hauses waren sehr dünn, so dass von Privatsphäre in den Schlafzimmern nicht wirklich die Rede sein konnte. Und hier lag das Problem. Wie ihr gesamtes Privatleben hatte auch Tomas und Maries Sexleben sehr unter seiner beruflichen Überbelastung gelitten. Tomas hatte gehofft, hier im Urlaub lange Versäumtes nachholen zu können. Das hatten sie auch gleich am ersten Abend versucht. Nachdem sie aber bemerkt hatten, wie dünn die Wände wirklich waren, hatte Marie den Versuch sehr schnell beendet. Sie hatte ein großes Problem damit, dass Jonas und Yasmin mitbekommen könnten, dass sie im Nebenzimmer miteinander schliefen. So war es auch bei diesem einen Versuch geblieben, seither verweigerte sich Marie schlichtweg seinen Annäherungsversuchen. Auch wenn sie sich, das spürte Tomas, im Grunde sehr nach seinen Zärtlichkeiten sehnte. Aber ihre Hemmungen waren größer als ihre Lust.

Doch auch Yasmin und Jonas schien es nicht anders zu gehen. Jedenfalls waren aus ihrem Zimmer des Nachts keine anderen Geräusche zu hören als ab und an das Weinen ihrer kleinen Tochter, die noch nicht komplett durchschlief. Überhaupt schienen Yasmin und Jonas ein Problem miteinander zu haben, dessen wahres Ausmaß Tomas und Marie erst hatten erfassen können, als ihnen Yasmin vorgestern Abend, nach einigen Gläsern Wein und als Jonas schon zu gegangen war, ihr Herz ausgeschüttet hatte. Seit der Geburt ihrer Tochter hatten sie und Jonas noch kein einziges Mal wieder miteinander geschlafen. Nicht, weil Yasmin es nicht wollte, sondern weil Jonas schlicht vergessen zu haben schien, dass diese Möglichkeit überhaupt bestand. Seitdem, erzählte sie, schien er sie nur noch als Mutter, nicht mehr als Frau wahrzunehmen. Sie lebten mehr oder minder wie und Schwester miteinander. Nach diesem Geständnis war Yasmin sehr schnell ins Bett verschwunden und seither war das Thema nicht wieder angesprochen worden. Yasmin redete nicht oft über ihre Gefühle, und diese Beichte war wohl überhaupt nur durch den Einfluss von mehreren Gläsern Wein möglich gewesen. Gelöst werden konnte das Problem so nicht, andererseits sahen Tomas und Marie sich auch nicht in der Situation, dieses Thema mit ihren Freunden weiter zu diskutieren. Jedenfalls hatten er und Marie die Erklärung, warum auch aus dem Nachbarschlafzimmer nachts nichts weiter zu hören war. Somit würde dies wohl ein eher enthaltsamer Urlaub für sie alle werden.

Wirklich verstehen konnte Tomas seinen Freund nicht. Zumal seine Zurückhaltung offenbar nicht auf die zu dünnen Wände zurückzuführen war. Sicher, Yasmin war kein Teenager mehr. Aber mit ihren 29 Jahren war sie immer noch eine junge und sehr anziehende Frau. Wenn er sich hier am Strand aufmerksam umsah, bemerkte er auf Anhieb einige andere junge Frauen im gleichen Alter, die nicht annähernd so hübsch und attraktiv waren. Yasmin war durchschnittlich groß, hatte ein sehr hübsches, ausdrucksvolles Gesicht mit strahlenden, blauen Augen und schönes, langes und leicht gewelltes dunkelblondes Haar, das hier in der Sonne von Tag zu Tag etwas heller wurde. Sie hatte nach der Geburt ihrer Tochter sehr viel Sport getrieben, so dass sie recht schnell wieder ihre alte Figur zurückerlangt hatte. Da sie quasi den gesamten Tag im Bikini herumlief, konnte Tomas das ganz gut beurteilen.

Sie war schlank, hatte schmale und doch zugleich weiblich gerundete Hüften mit einem süßen Po. Ihr Bauch war flach, wenn auch nicht ganz so flach, wie vor der Schwangerschaft. Sie hatte relativ kleine, aber feste , die, nachdem sie nicht mehr stillte, sehr schnell wieder ihre vorherige Form angenommen hatten. Eigentlich, dachte Tomas, waren ihre süßen Hügel im Bikinioberteil wunderschön anzusehen. Das führte dazu, dass er es nicht lassen konnte, sie immer mal wieder verstohlen zu bewundern. Alles in allem war sie eine sehr begehrenswerte Frau, so dass Tomas nicht nachvollziehen konnte, warum Jonas kein Interesse mehr an ihr zu haben schien. Schnell verdrängte er diese Gedanken aus seinem Kopf. Sie waren befreundet, Yasmin mit Jonas verheiratet und damit gut. Alles weitere ging ihn nichts an.

Früher einmal, in der Schule, da hatte er das vielleicht anders gesehen, wenn auch nur für einen Moment. Tomas und Yasmin waren in derselben Stufe gewesen und hatten gemeinsam das Abitur gemacht. Sie waren schon damals befreundet und hatten viel miteinander unternommen. Mehr aber auch nicht – bis auf einmal. Nach einer ausgelassenen Stufenparty hatte er Yasmin nach Hause gebracht — wie schon oft zuvor. Sie waren gemeinsam durch die Nacht gelaufen und irgendwann hatte er ihre Hand ergriffen. Yasmin hatte es zugelassen. Händchenhaltend hatte er sie bis zum Haus ihrer Eltern gebracht.

Vor der Haustür hatten sie sich lange angesehen, unsicher und doch unfähig, sich zu trennen. Tomas wusste heute nicht mehr, wie es überhaupt dazu gekommen war. Jedenfalls hatten sie sich irgendwann geküsst, erst zaghaft und unsicher, doch daraus wurde ein wildes Knutschen. Seine Hände hatten sich hinten unter ihr T-Shirt verirrt und er konnte sich noch gut erinnern, Träger und Verschluss ihres BH's gefühlt zu haben. Und natürlich an das Gefühl ihrer kleinen, festen Brüste, die sich an seinen Körper gepresst hatten. Seine Finger waren unter die Träger geglitten, hatten die weiche Haut ihrer Schultern berührt. Das hatte sich vermutlich so sehr in sein Gedächtnis eingebrannt, weil es die erste intime Berührung weiblicher Haut gewesen war. Ein erster Schritt auf dem Weg sexuellen Erwachens.

Plötzlich war im Haus irgendwo ein Licht angegangen und sie hatten ihren Kuss unterbrochen. Erschrocken und irgendwie ertappt hatten sie ihre Umarmung gelöst und sich unsicher angesehen. Doch der Moment war vorüber und sie hatten sich beinahe schüchtern verabschiedet. Yasmin war hastig ins Haus verschwunden und er war heimgegangen.

Beide hatten nie wieder ein Wort darüber gewechselt. Das war jugendliche Neugierde unter Alkoholeinfluss gewesen, der Stimmung geschuldet, nicht mehr. Heute waren sie erwachsen und gute Freunde. Nur gute Freunde. Ab sofort würde er auch nicht mehr in ihren Ausschnitt oder auf ihren Po schielen, beschloss Tomas – jedenfalls für den Moment. Sie sah aber auch wirklich süß aus in ihrem weiß rosa türkis gestreiften Bikini. Das Oberteil wurde im Rücken und im Nacken, das Höschen an den Hüften von schmalen, zu Schleifen gebundenen Bändern zusammengehalten und ließ viel Haut und somit Raum für erotische Fantasien frei.

Tomas durch Sonne und zu lange Enthaltsamkeit aufgeheizte Gedanken wanderten zu seiner Freundin. Marie und er waren seit etwas mehr als drei Jahren zusammen. Sie war fünf Jahre jünger als er, hatte schulterlanges, dunkles Haar und warme braune Augen. Ihr einnehmendes Wesen und ihre quirlige Lebendigkeit hatten Tomas vom ersten Tag an verzaubert. Darüber hinaus hatte sie die umwerfendste Figur, die Tomas jemals gesehen hatte. Sie war kleiner als Yasmin, ebenfalls schlank aber mit ausgeprägteren weiblichen Kurven an den richtigen Stellen. Ihr süßer Po war rund und knackig, ihre Brüste etwas üppiger, weiblicher. In den ersten Monaten ihrer Beziehung hatte er die Finger nicht von ihr lassen können. Tomas sah an sich hinunter und beschloss, sich für weitere Erinnerungen und Gedanken an den nackten Körper seiner Freundin besser auf den Bauch zu drehen. Der bloße Gedanke an ihre süßen, weiblichen Kurven hatte Bewegung in sein Geschlecht gebracht, die sicherlich bald nicht mehr zu übersehen sein würde.

Vorsichtig blickte er sich um, um festzustellen, ob seine Erektion vielleicht schon bemerkt worden war. Doch in seiner Nähe war niemand und auch aus weiterer Entfernung schien keiner von ihm Notiz zu nehmen. Yasmin und Jonas gingen gegen Mittag immer zum Haus zurück, um Lisa zu füttern und danach zum Schlafen hinzulegen. Marie hatte sie heute begleitet, weil sie nachmittags mit Jonas zum Markt im Nachbarort wollte. Tomas waren derartige Menschenaufläufe ein Graus und Yasmin hatte sich freiwillig bereit erklärt, sich allein um Lisa zu kümmern. Er konnte also ungestört weiter seinen erotischen Tagträumen nachhängen, ohne dass irgendjemand von deren körperlichen Auswirkungen Notiz nehmen würde. Dennoch drehte er sich auf den Bauch und streckte sich wohlig. Mit sehr genauen Vorstellungen davon, was er gern mit Marie anstellen würde, schlief er ein.

Als er erwachte, wusste er zunächst nicht, wo er sich befand. Ihm war warm, sehr warm sogar. Langsam dämmerte die Erinnerung. Er lag immer noch am Strand. Die Sonne war weitergewandert und mit ihr der Schatten des Sonnenschirms, unter dem er eingeschlafen war. Er lag in der prallen Sonne, was ihm in der Regel nicht besonders gut bekam. Außerdem hatte er Durst. Er richtete sich auf und griff nach der Wasserflasche in seiner Tasche, musste aber erkennen, dass sie leer war. Und die volle Flasche war in Maries Tasche im Haus. Tomas blickte auf seine Uhr. Er hatte nicht lange geschlafen, es war erst halb zwei; die anderen waren vor etwas mehr als einer Stunde verschwunden. Der Nachmittag war noch zu lang, um ohne etwas zu trinken hier auszuhalten. Ein Geschäft gab es weit und breit nicht. Also beschloss Tomas, ebenfalls zum Haus zurückzugehen, um eine Kleinigkeit zu essen und mit frischen Getränkevorräten hierher zurückzukehren. Schnell packte er seine Sachen zusammen, streifte Shorts, T-Shirt und Sandalen über und machte sich auf den kurzen Fußweg. Die Siedlung, in der sich ihr Haus befand, begann direkt gegenüber der Strandpromenade.

Als er das Haus erreichte, kamen Marie und Jonas gerade aus der Tür, fertig , um sich auf den Weg zum Markt zu machen. Das war auch gut so, denn sie hatten nur einen Haustürschlüssel und Tomas hatte sich schon den gesamten Weg über Gedanken gemacht, wie er Yasmin auf sich aufmerksam machen sollte, ohne zu klingeln, denn das hätte vermutlich Lisa aufgeweckt.

„Hallo ihr zwei, ihr seid ja noch hier», begrüßte er sie.

„Ja, Lisa wollte nicht einschlafen. Außerdem haben wir noch schnell geduscht, um den Sand vom Körper zu bekommen», antwortete Marie. „Aber was machst du hier? Ich dachte, du wolltest den Nachmittag am Strand verbringen?»

„Wollte ich auch, aber du hast mir unsere Getränkevorräte geklaut. Ohne wäre ich vermutlich da unten verdurstet», antwortete Tomas lächelnd.

„Oh, entschuldige, darüber habe ich gar nicht nachgedacht.»

„Macht ja nichts. So kann ich kurz eine Kleinigkeit essen und dann frisch gestärkt wieder hinuntergehen und weiterschlafen, während ihr euch mit tausend anderen Menschen über den Markt schieben lasst. Aber die Haustür könntet ihr mir noch kurz aufschließen. Wo ist Yasmin?»

„Die liegt auf der Terrasse und liest», antwortete Jonas. „Wenn sie Glück hat, lässt Lisa sie mal für zwei Stunden in Ruhe, die war fast zu müde zum Einschlafen. Es hat ewig gedauert, bis sie zur Ruhe gekommen ist.» Er reichte Tomas den Schlüssel. „So, Marie, einsteigen, wir wollen los. Tschüs, Tomas, bis heute Abend und schlaf nicht in der Sonne ein, sonst bekommst du einen Sonnenbrand», grinste Jonas und verschwand im .

„Tschüs mein Schatz und sei schön artig», sagte Marie, nahm Tomas in die Arme und drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund.

„Sieh du lieber zu, dass Jonas dich nicht gegen Kamele eintauscht, dem ist alles zuzutrauen.»

„Blödmann, wir sind hier in Italien und nicht im tiefsten Orient», entgegnete Marie lachend und stieg ebenfalls ins Auto.

Tomas blickte ihnen hinterher, bis der Wagen um die nächste Kurve verschwunden war, dann drehte er sich um und betrat leise das Haus. Vorsichtig, um kein Geräusch zu machen, das Lisa wecken könnte, bewegte er sich durch den Flur, durchquerte das Wohnzimmer und betrat die Terrasse.

Yasmin lag auf einer Liege in der prallen Sonne. Sie hatte die Rückenlehne etwas hochgestellt und las in einem Buch. Tomas blieb im Schatten des Vordachs stehen und beobachtete sie unbemerkt. Die Liege stand leicht seitlich von ihm, so dass er Yasmin im Profil betrachten konnte, ohne dass sie ihn bemerkte. Sie bot einen schönen Anblick, wie sie dalag, in ihrem knappen Bikini, eine Sonnenbrille auf der Nase und völlig in ihr Buch vertieft. Deutlich konnte Tomas aus seiner Position erkennen, dass sich ihre Brustwarzen keck unter ihrem Bikinioberteil abzeichneten. Sein Blick streifte über ihren flachen Bauch und den süßen Bauchnabel zu ihren Hüften, die anmutig in ihre langen, schlanken übergingen.

Er hätte stundenlang hier stehenbleiben und sie betrachten können. Doch irgendwie schien sie ihn bemerkt zu haben. Sie wandte den Kopf und sah ihn an. Durch ihre Sonnenbrille konnte er ihre Augen nicht sehen, so dass er nicht einschätzen konnte, ob sie überrascht war, ihn hier zu sehen oder ob sie ihn schon länger bemerkt hatte und es sich nur nicht hatte anmerken lassen.

„Hallo Tomas, da bist du ja auch», sagte sie zur Begrüßung. „Marie und Jonas sind schon weg. Aber was machst du hier, wolltest du nicht am Strand bleiben?»

„Eigentlich schon», erwiderte Tomas. „Aber Marie hat alle Getränke mitgenommen, als ihr gegangen seid. Und ohne etwas zu trinken halte ich es bei dieser Hitze nicht lange aus. Also bin ich auch zurückgekommen, um meine Vorräte aufzustocken. Marie und Jonas habe ich gerade noch getroffen, als sie losgefahren sind, daher habe ich auch den Haustürschlüssel.»

Wenn Yasmin aufgepasst hatte, hatte sie die Beiden wegfahren gehört. Dann wusste sie auch, dass er bereits vor zehn Minuten das Haus betreten und seitdem hinter ihr gestanden hatte. Tom spürte, wie ihm das Blut in die Wangen schoss. Doch sie sagte nichts dazu und wandte sich wieder ihrem Buch zu.

„Möchtest du auch etwas trinken? Ich brauche jetzt dringend ein Wasser», fragte Tomas, schon halb im Weggehen.

„Ja ein Wasser wäre toll – oder würdest du ein Glas Wein mit mir trinken?»

„Jetzt, in der prallen Nachmittagssonne?»

„Ja, warum nicht. Schließlich müssen wir nicht mehr fahren. Wir haben Urlaub und können es uns doch mal ein wenig gut gehen lassen», lautete Yasmins Antwort. „Außerdem lässt sich die Welt leicht benebelt doch viel besser ertragen.» Bei diesen Worten breitete sich ein verlegenes Lächeln um ihren Mund.

Tomas überlegte. Eigentlich wollte er nur Getränke holen und wieder zum Strand, andererseits hatte er auch nichts dagegen, hier zu bleiben und sich ein wenig mit Yasmin zu unterhalten. Und danach schien ihr gerade zu Mute zu sein.

„Überredet», sagte Tomas und begab sich in die Küche.

Dort schenkte er sich zunächst einmal ein großes Glas Wasser ein, um seinen Durst zu stillen. Dann öffnete er den Kühlschrank, um eine Flasche Rotwein herauszuholen. Er angelte zwei Gläser aus dem Schrank, den Korkenzieher aus der Schublade und ging zurück auf die Terrasse.

Yasmin hatte inzwischen ihr Buch zugeklappt und zur Seite gelegt. Mit dem Fuß schob Tomas den kleinen Gartentisch, der neben der Tür stand, nahe an das Kopfteil ihrer Liege heran und stellte Flasche und Gläser darauf ab. Dann zog er eine zweite Liege heran und bugsierte sie auf die andere Seite des Tischchens. Schnell streifte er Shorts und T-Shirt ab, die Badehose hatte er ja noch darunter. Er warf einen prüfenden Blick zum Himmel.

„Meinst du nicht, es wäre besser, wenn ich den Sonnenschirm aufspanne? Wir liegen hier direkt in der Sonne. Erstens holen wir uns hier blitzschnell einen Sonnenbrand, zweitens, glaube ich, sind Alkohol und pralle Sonne keine wirklich gute Kombination.»

„Oh ja, bitte», antwortete Yasmin. „Ich hätte das auch schon gemacht aber der Schirm ist so schwer. Ich bekomme ihn nicht auf.»

Tomas stand auf und wuchtete den großen Schirm ans Fußende der beiden Liegen. Mit einigen Mühen gelang es ihm, ihn aufzuspannen, so dass die Liegen nun vor der direkten Sonne geschützt waren.

„Oh, das ist bedeutend angenehmer», kommentierte Yasmin, schnurrte wohlig und ließ sich zurücksinken.

Tomas setzte sich auf seine Liege, öffnete die Flasche und goss Wein in die Gläser. Sie prosteten sich zu und tranken. Mit dem Glas in der Hand rutschte Tomas in eine bequeme Position. Ja, hier ließ es sich auch aushalten, vielleicht sogar noch besser als am Strand. So eine Liege war bedeutend bequemer als ein Handtuch im Sand. Yasmin neben ihm seufzte vernehmlich und nahm einen großen Schluck Wein. So lagen sie eine Weile und lauschten dem leichten Rauschen der Wellen, das vom Meer heraufdrang.