Es geht heiß zu im Boxring – Teil 1

Zuerst fand Pia, dass ihr Bruder mit den neuen Boxhandschuhen etwas lächerlich wirkt. Jedenfalls war sie nicht halb so beeindruckt von den ledernen Ungetümen wie er selbst. Nach einigen Wochen hatte sie sich aber daran gewöhnt, dass sie ihn die Dinger anziehen musste. Sie schnürte ihm die Fäustlinge und auch zum brauchte er ihre Hilfe.

Ihr Bruder hatte ihr schon öfters angeboten, sie solle die Handschuhe doch auch einmal probieren. Nun gut, um ihn einen Gefallen zu tun, ließ sie sich die Boxhandschuhe anlegen. Sie waren innen weicher als sie es vermutet hätte. Dennoch, wozu diese unhandlichen Dinger? Sie sagte ihm, er solle sie ihr wieder ausziehen. Darauf hatte er anscheinend schon die ganze Zeit gewartet, denn mit diabolischem grinsen meinte er, sie möge es doch selber machen. Er setzte keine Anzeichen, ihr die Handschuhe wieder auszuziehen.
Zuerst war Pia fuchsteufelswild. Sie schimpfte und verlangte energisch, er möge sie ihr sofort ausziehen, doch ihr Bruder saß nur auf seinem Bett und lachte sich ob ihrer Drohungen schief. Nach einer Weile gab sie auf und versuchte die Handschuhe selber zu öffnen. Sie konnte jedoch die Schnürung am Handgelenk nicht öffnen.

 

Er hatte sie so verknotet, dass sie auch mit den Zähnen keine Chance hatte. Pia beschlich ein eigenartiges Gefühl, das sie noch nie gespürt hatte. War sie nicht praktisch hilflos? Was wäre, wenn sie sich umkleiden wollte, wenn sie essen wollte oder jetzt auf die Toilette müsste? „Mach mir die Dinger ab, ich habe Durst“, startete sie einen letzten Versuch. Aber irgendwie in ihrem Innersten wollte sie jetzt die Handschuhe gar nicht mehr ausziehen. Wie würde es sein, wenn sie damit ein Glas halten müsste? Ihr Bruder dachte ohnehin noch nicht daran, seine zu befreien. Er stand auf, holte aus der Küche ein großes Glas Wasser und stellte es vor Pia hin. Dann zog er sich wieder auf sein Bett zurück. Pia betrachtete erst das Wasserglas, dann ihre Hände. Ihr Herz begann zu pochen, warum wusste sie nicht. Wie ferngesteuert streckte sie ihre Arme aus und nahm das Glas zwischen ihre dick umhüllten Hände. Sie führte es zum Mund und trank.

Diese Begebenheit beschäftigte Pia von nun an. Was war nur mit ihr? Warum war plötzlich ihr ganzer Ärger fort, warum empfand sie es als angenehm aufregend, die Hände nicht zur Verfügung zu haben? Warum wollte sie in diesen klobigen Handschuhen bleiben, die sie sosehr behinderten?

Etliche Wochen später hatte Pia ihre ganze Barschaft zusammengekratzt und auch ein paar solcher Handschuhe erworben. Tagelang war sie in den Sportgeschäften herumgestreift und überlegte, Boxhandschuhe zu kaufen. Aber wer sollte sie ihr anlegen? Sie konnte doch nicht einfach zu jemanden gehen und sagen: „Mach mir die Dinger an, ich will, dass ich meine Hände nicht gebrauchen kann!“ Dann aber fand sie welche mit Klettverschluss. Ja das müsste gehen, die sollte sie auch alleine anlegen können. Schon bei der Anprobe im Geschäft überkam sie wieder dieses Gefühl. Sie konnte es kaum erwarten auszuprobieren, ob sie sie wirklich selber anlegen könne.
Die Eltern waren noch in der Arbeit und ihr Bruder war beim Training, so konnte sie die Handschuhe zuhause gleich überstreifen. Es funktionierte! Sie füllte sich Wasser in ein Glas um zu trinken, versuchte Laden und Türen zu öffnen und tat auch sonst noch, was ihr gerade einfiel. Als sie dann auch noch auf die Toilette musste, stellte sich ob ihrer selbst verursachten Ungeschicklichkeit ein seltsam befriedigendes Gefühl ein.

Wenige Jahre später hatte Pia ihre eigene Wohnung. Längst schon genügten ihr die Boxhandschuhe nicht mehr, schon lange dachte sie über eine Verbesserung, eine Steigerung nach. Jetzt, in einer eigenen Wohnung, brauchte sie nicht mehr so heimlich zu tun wie zuhause. Jetzt konnte sie ihre seltsame Veranlagung endlich ausleben.

Pia war es peinlich, aber unter einem Vorwand hatte sie in einem Waffengeschäft Handschellen gekauft. Nicht so dilettantische, wie man sie zum Liebesspiel verwendet, nein, richtige. Zuhause prüfte sie nochmals ihre Funktion. Zu klappten sie von selbst, nur zum Öffnen brauchte man den Schlüssel. Erst probierte sie vorne, so dass sie darauf sehen konnte. Es kostete ein wenig Geschicklichkeit, aber sie konnte die Fessel selbst mit dem Schlüssel öffnen. Jetzt schloss sie ihre Hände hinter ihrem Rücken ab.

Ja, ihre Befriedigung wurde nun, da sie überhaupt keine Arme zur Verfügung hatte, nochmals deutlich gesteigert. Um sich nicht zu leicht aufschließen zu können, legte sie den Schlüssel beharrlich an schwer zugänglichen Stellen ab. Immer wieder hatte sie aber bald einen Dreh heraus, um leichter an ihn heranzukommen. Der beste Platz war oben auf dem Kasten, ganz hinten. Beinahe hätte sie ihn nicht erreicht! Sie musste länger geschlossen bleiben als sie es vorgehabt hatte. Ihrem Schicksal ergeben ging sie zu Bett und richtete sich darauf ein, mit den Händen am Rücken schlafen zu müssen. Im Bett kam sie dann dahinter, dass sie durch die gefesselten Arme durchsteigen konnte, sodass sie nun vor ihrem Körper waren. So konnte sie den Schlüssel nun endlich erreichen. Damit hatten aber auch die Handschellen viel von ihrem Reiz verloren.

Beim Surfen im Internet war Pia auf Seiten gestoßen, auf denen sich Bilder von Frauen mit allen Arten von Amputationen befanden. Erstaunt erfuhr Pia dort, dass es Männer gibt, die gerade auf solche Frauen abfahren. Einige Wochen später jette sie auch schon mit einem solchen. Es machte ihr Spaß, diesem vorzumachen, dass sie keine Arme habe. Er war überglücklich eine nach seinen Wünschen gefunden zu haben und Pia konnte ihre Phantasie ausleben. Dabei war es gar nicht so leicht, seine endlosen Fragen zu beantworten. Erst berichtete sie wahrheitsgemäß, alleine zu leben, dann musste sie aber erklären, wie sie ohne Arme alleine zurechtkommt! Dadurch musste sie sich immer mehr mit dem Leben einer Frau ohne Arme auseinandersetzen. Zum Glück konnte sie auf einen reichen Erfahrungsschatz durch ihren Hang zur Selbstfesselung zurückgreifen.

Ohne dass sie es erst merkte, hatte dieser Austausch mit dem Fremden auch Auswirkungen auf sie selber. Langsam, unmerklich, machte sich in ihr der Wunsch breit, wirklich keine Arme zu haben. Immer öfter ertappte sie sich dabei, in Google Suchbegriffe wie „Wunschamputation“ oder „Desires for disability“ einzugeben. Unter diesem Begriff fand sie zwar nicht, was ihr Unterbewusstsein suchte, wurde aber von Seite zu Seite weitergegeben. Jahre vergingen, bis sie fand, was sie suchte. Ja, es war eindeutig ein Angebot, Zehen, Finger, aber auch ganze Gliedmaßen, ganz nach Wunsch des „Kunden“ zu amputieren! Pia ließ dieses Angebot nicht mehr los. Immer wieder wählte sie diese Homepage. War sie nun endgültig verrückt, dachte sie sich selbst. Aber mit jedem Mal, da sie die Seite sah, meinte sie, ihrem Wunsch einen Schritt näher zu kommen.

Dann aber befahl sie sich selbst: Schluss mit diesen absurden Gedanken! Ist ein Mensch denn normal, der freiwillig auf seine Arme verzichtet? Sie musste selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen, wie sollte das gehen, ohne Arme? Keine Arme zu haben: was ist daran Traum und Phantasie, wie wäre die Wirklichkeit? Aber kommt sie mit gefesselten Armen nicht auch ganz gut zurecht? Empfindet sie es nicht eher als Befreiung denn als Belastung, wenn sie ihre Hände nicht verwenden kann? Stellt sich nicht auch noch immer dieses Glücksgefühl ein und das nun schon seit Jahren?

Etwa ein Jahr kämpfte Pia mit sich selbst. Eines Abends hatte sie errechnet, dass Flug, Aufenthalt und Amputation für sie durchaus leistbar wären. Auch eine Bescheinigung mit einer plausiblen Begründung, warum die Arme amputiert werden müssten, war im Angebot inkludiert. Einzig war da noch zu klären, wie sie anschließend nachhause kommen würde. Hinzureisen wäre ja kein Problem, aber wie reist man ohne Arme wieder zurück?

Ihre Gedanken wurden immer realer und das schien sich auch in ihrem Austausch mit ihrem Internetpartner immer deutlicher zum Ausdruck zu kommen. Jedenfalls fragte er einmal bei Pia an, ob sie auch wirklich keine Arme habe oder ob sie ihm etwas vorspiele. Zwei Tage wartete Pia mit ihrer Antwort, dann beschloss sie, Tabula rasa zu machen. Er habe sie durchschaut, schrieb sie. Ja, sie habe zwei Arme. Seit ihrer Jugendzeit ist aber in ihr der Wunsch immer mächtiger geworden, auf ihre Arme zu verzichten. Jetzt hätte sie eine Klinik gefunden, wo man ihr diesen Wunsch erfüllen würde. Um ihn umzusetzen, brauche sie aber eine Reisebegleitung. Ob er mitkommen wolle? Seine Reisekosten müsste er wohl selbst übernehmen und er müsste ihr versprechen, sie wieder nachhause zu bringen.

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